Das Virus hat für Kinder kaum Relevanz

Kinder und Jugendliche sind keine Treiber der Pandemie

Laut repräsentativen Bevölkerungsstudien (PCR-Test und Antikörpertests) waren Kinder und Jugendliche seltener als Erwachsene von SARS-CoV-2 betroffen waren. Auch wurden Kinder und Jugendliche sehr viel häufiger von Erwachsenen infiziert als umgekehrt.

"In Kitas und Schulen wurden bei Tausenden von Untersuchungen enger Kontaktpersonen stets nur wenige Fälle positiv getestet – wobei meist nicht bewiesen werden konnte, dass eine Übertragung in der Schule oder Kita stattgefunden hatte (...). Im Gegenteil, Kinder stecken sich häufig im familiären oder Freizeitumfeld an; dies zeigten die Daten nach den Osterferien 2021 eindrücklich (...). Eine landesweite Erhebung aus allen Schulen und Kitas in Rheinland-Pfalz bis Ende Dezember 2020 (also damals ohne Antigen-Testpflicht) zeigte, dass es nur bei jedem sechsten Indexfall zu Übertragungen kam. Waren Lehrer die Indexperson, kam es dreimal häufiger zu Transmissionen." 

(Prof. Dr. med. Ursel Heudorf, ehem. stellv. Leiterin des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main; Prof. Dr. Dr. med. René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main)

Offenbar stecken sich Erwachsene doppelt so häufig gegenseitig anDas Übertragungsrisiko in Kitas und Schule ist in Deutschland sowie im Ausland sehr gut untersucht worden. Das Ergebnis ist, dass das Übertragungsrisiko von Kindern untereinander oder von Kindern zu Lehrern und Erziehern minimal und somit vernachlässigbar ist. Wenn Übertragungen in Kindergärten und Schulen stattfanden, dann haben Lehrer Kinder angesteckt, nicht umgekehrt.

Die Tatsache, dass auch Kinder ansteckend sein können, rechtfertigt keine Schulschließungen. 

Schulen sind für Kinder und Jugendliche systemrelevant. Daher muss jede Grundrechtseinschränkung besonders streng abgewägt werden. Die Kollateralschäden durch Schließung von Kitas und Schulen sind für Kinder und Jugendliche nicht zu unterschätzen und sind laut der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) "in der Vergangenheit in ihrer weitreichenden Dimension zu wenig berücksichtigt worden".

Kinder haben ein verschwindend geringes Risiko

Wer ist von COVID-19 betroffen? Die meisten an oder mit COVID-19 Verstorbenen waren laut einem CoDAG-Bericht von Dezember 2020 über 84 Jahre alt und hatten Vorerkrankungen. Die allgemeine Sterblichkeit der seropositiv an COVID-19 Erkrankten beträgt laut einer Studie von John P. A. Ioannidis weltweit der einer normalen Grippe. Die anfängliche Befürchtung eines Killer-Virus hat sich also zum Glück nicht bewahrheitet.

Für die überwiegende Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen hat die Covid-19-Erkrankung keinerlei Bedeutung. Sie leiden jedoch sehr stark unter den Maßnahmen, die im Rahmen der Pandemie gegen sie ergriffen wurden. 

Zur Häufigkeit einer schweren Erkrankung durch COVID-19 schreiben die DGPI und DGKH in ihrer zusammenfassenden Stellungnahme: „Kinder erkranken selbst nur selten schwer an COVID-19. Schwerste Erkrankungen oder sogar Tod sind eine Rarität." Die Verläufe hospitalisierter Patienten werden in einem Survey der DGPI fortlaufend erfasstDie DGKJ schreibt in einer Stellungnahme aus dem April 2021:

„Die nun seit Beginn der Pandemie gemachte Beobachtung, dass von den schätzungsweise 14 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland nur etwa 1200 (weniger als 0,01%) mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus behandelt werden mussten und 4 (weniger als 0,00002%) an ihrer Infektion verstarben, sollte Anlass sein, Eltern übergroße Sorgen vor einem schweren Krankheitsverlauf bei ihren Kindern zu nehmen. (...) Die weiterhin bestehende extreme Seltenheit eines schweren oder gar tödlichen Verlaufes von SARS-CoV-2 bei Kindern und Jugendlichen ist nicht geeignet, als Argument für Schul- und Kita-Schließungen benutzt zu werden.“  

Dass das Gesamtrisiko für Kinder, schwer zu erkranken oder gar an Covid-19 zu sterben, extrem gering ist, bestätigt auch eine neue Analyse der Covid-Infektionsdaten. Auch längere Erholungsphasen mit Residualsymptomen – Long COVID genannt – sind bei Kindern laut einer Studie in Lancet Child & Adolescent Health selten. Kinder entwicklen laut der COVID-19-Familienstudie Baden-Württemberg eine wirksame und dauerhafte Immunabwehr gegen neue Coronavirus-Infektionen. Die kindliche Immunabwehr ist dabei sogar effektiver als die von Erwachsenen.

Unerklärlich ist daher, warum trotz dieser wissenschaftlich bestätigten Erkenntnisse an Maßnahmen wie Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen noch immer festgehalten wird.