Die anlasslose Testpflicht ist ineffizient

Testen in Schulen hat keinen Einfluss auf den Verlauf von Erkrankungen

Das anlasslose Testen auf SARS-CoV-2 ist eine kostentreibende und zudem ineffektive bürokratische Maßnahme. Sie beeinträchtigt die Lernsituation des Schulalltags unnötig. Für Personen, bei denen kein begründeter Verdacht auf eine Infektion vorliegt, ist die Aussagekraft eines einzelnen positiven Testergebnisses verschwindend gering. Zudem sind die Tests seit April 2021 vom RKI nur für die Diagnostik bei symptomatischen Patienten mit Verdacht auf COVID-19 empfohlen, um die Testkapazitäten “effizient” einzusetzen.

Bislang gibt es keinen Beleg, dass die regelmäßigen Testungen Infektionsketten durchbrochen und den Verlauf der Erkrankungen signifikant beeinflusst hätten. Fest steht dagegen, dass viele falsch-positive Ergebnisse generiert werden. Jeder (falsch-)positive Test hat zur Folge, dass dem betroffenen Kind bis zum Vorliegen des negativen PCR-Testergebnisses auf zweifelhafter Grundlage die Freiheit entzogen wird.

In seiner Stellungnahme für den Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages im Mai 2021 stellte Prof. Dr. Werner Bergholz dazu bereits fest:

„Der Schnelltest hat in diesem konkreten Fall eine mindestens 8-mal so hohe falsch-positiv Rate wie der PCR Test. Es wird also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer Vielzahl falsch positiver Ergebnisse kommen, die die Inzidenz erhöhen und unnötige freiheitseinschränkende Maßnahmen nach sich ziehen werden und dadurch die Qualität des Monitorings des Infektionsgeschehens verschlechtern werden.“

Schnelltests gehören nicht in die Hände von Kindern

Dem fragwürdigen Nutzen der Testungen steht eine nicht unerhebliche Verletzungsgefahr gegenüber durch unsachgemäße Handhabungen, durch Verunreinigungen oder Kontaminationen. Darüber hinaus sind in der Vergangenheit gesundheitsgefährdende Substanzen bei verschiedenen Testarten festgestellt worden. Zudem verursachen die regelmäßigen Tests bei den Kindern enormen psychischen Stress und für den Fall eines positiven Ergebnissen Angst vor Stigmatisierung und Ausgrenzung. 

In einer ausführlichen Gefährdungsanalyse zur Durchführung von COVID-19-Schnelltests und durch PCR-Tests vom November 2021 stellt Prof. Dr. Werner Bergholz fest, dass "dass die mit Ethylenoxid sterilisierten Abstrich Stäbchen ein nicht hinzunehmendes Gesundheitsrisiko darstellen". Es sei daher "absolut inakzeptabel, die Antigen Schnelltests in die Hände von Laien oder gar Kindern zu geben." Er plädiert daher für die Einstellung der Massentests:

"Den Einsatz von massenhaften Antigentests durch Laien ist nicht sinnvoll und schädlich und sollte deshalb eingestellt werden. Tests sind nur dort durch dafür qualifiziertes Personal in Medizinlaboren durchzuführen, wo es sinnvoll ist, z.B. bei schneller Abklärung beim Vorliegen von Symptomen."

Strategiewechsel erforderlich: Testen nur bei Symptomen und (idealerweise) im häuslichen Rahmen

 Die Verhinderung von Infektionen mithilfe von Massentests hat sich als illusorisch erwiesen. Es muss jetzt darum gehen, Risikogruppen vor schweren Erkrankungen zu schützen. Hohe Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen sind kein Anlass zur Sorge, da sie vor schweren Verläufen weitestgehend geschützt sind. Aus diesem Grund fordert die DGPI einen sofortigen Strategiewechsel:  

"Eine Priorisierung der begrenzten PCR-Testkapazitäten für Risikobereiche, etwa Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, ist dringend erforderlich und bedingt auch eine Beendigung anlassloser Massentests, insbesondere in Schulen und KITAs, da sie keinen erkennbaren Beitrag zur Pandemie leisten." 

Sinnvoll ist eine Testpflicht also nur bei entsprechenden Symptomen, die auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 hinweisen, wie es auch das RKI empfiehlt. Um das Ansteckungsrisiko gering zu halten und die Kinder vor physischen oder psychischen Risiken zu schützen, fordern wir, diese zu Hause oder in speziell geeigneten ärztlichen Einrichtungen durchzuführen und nicht in der Schule oder in anderen öffentlichen Einrichtungen.